Rotkreuz-Museum

Ausstellung im Rotkreuz-Museum in Lich© 2025 DRK-Kreisverband Marburg-Gießen…

Das Museum und seine Geschichte

Das Rotkreuz-Museum in Ober-Bessingen ist in den historischen Räumen der „Pforte 1782“ in Ober-Bessingen bei Lich untergebracht – einem denkmalgeschützten Gebäude, das seit 2020 auch als Pilgerherberge am Lutherweg 1521 dient. Die offizielle Museumseröffnung fand am 29. Februar 2020 statt. Das Museum gliedert sich in zwei Ebenen: Im Obergeschoss wird die Geschichte des Roten Kreuzes von der Schlacht von Solferino 1859 bis in die Gegenwart dokumentiert, mit besonderem Fokus auf Leben und Werk Henry Dunants. Im Erdgeschoss finden regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen statt – zuletzt zur Geschichte der Bluttransfusion sowie anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Jugendrotkreuz“.

Die Sammlung umfasst historische Uniformen, Orden, Sanitätsmaterial, Dokumente und Sammelstücke, die Holle über mehr als fünf Jahrzehnte zusammengetragen hat. Zu den besonderen Raritäten zählen ein original Fußball der FIFA-Weltmeisterschaft 1974 sowie ein aufwendig gestaltetes Feldlazarett aus dem Zweiten Weltkrieg als Elastolin-Figurenszenerie – eine Schenkung eines Ehepaares aus der Schweiz. Die ausgestellten Objekte sind dabei nur ein Bruchteil der Gesamtsammlung: Ein noch weit größerer Bestand lagert in den privaten Räumen der Familie Holle und wartet auf künftige Präsentation

Museumsinitiator Dietrich Holle mit Dr. Volkmar Schön© 2025 DRK-Kreisverband Marburg-Gießen…
Museumsinitiator Dietrich Holle mit Dr. Volkmar Schön, Vizepräsident des DRK im Juni 2025

Dietrich Holle – ein Leben für die Rotkreuzgeschichte

Dietrich Holle, Jahrgang 1949, trat 1967 dem Roten Kreuz im Siegerland bei – der Anlass war ein Erste-Hilfe-Kurs, der Auslöser ein Lehrer, der zwei Stunden über das Leben Henry Dunants sprach. Diese Begegnung hat ihn nicht mehr losgelassen. Was bei einer Altkleidersammlung mit einer einzelnen Nadel des Jugendrotkreuzes begann, wurde zu einer der außerordentlichsten privaten Sammlungen zur Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes.

Holle hat sein Wissen nie für sich behalten. Sein Anspruch war stets ein pädagogischer: Die Besucher sollen „schlauer rausgehen, als sie reingekommen sind“. Dieses Selbstverständnis trägt das Museum bis heute. Zum 100. Todestag Henry Dunants reiste Holle zu einer Gedenkveranstaltung, um den Nachfahren des Rotkreuzgründers persönlich zu begegnen – ein Zeugnis seiner tiefen und anhaltenden Beschäftigung mit der Bewegungsgeschichte.

Gemeinsam mit seiner Frau betreibt er das Museum ehrenamtlich und eigenständig. Geöffnet ist es jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Diese bewusst gewählten Öffnungszeiten sind Ausdruck einer Haltung: Qualität vor Quantität, persönliche Führung statt anonymer Besichtigung. Rund 120 bis 150 Besucher kommen jährlich – und wer kommt, erlebt keinen anonymen Ausstellungsraum, sondern einen Ort, hinter dem ein Mensch mit Leidenschaft und Überzeugung steht.

Das Museum ist das Lebenswerk eines Mannes, der am Abschluss einer langen Sammler- und Vermittlungslaufbahn angekommen ist. Umso wichtiger erscheint es uns, dieses Werk jetzt zu würdigen – als Anerkennung für alles, was Dietrich Holle dem kollektiven Gedächtnis des Deutschen Roten Kreuzes geschenkt hat.

Adresse

Rotkreuz-Museum Lich
Ortsstraße 35
35423 Lich-Oberbessingen